Zur Zeit ringt Nestlé mal wieder mit einer Aufklärungs-Organisation um seine Online-Reputation. Der Angreifer ist geschickt, aber der Lebensmittel-Multi hat offenbar aus dem Kitkat-Debakel gelernt. George Clooney ist dabei die mediale Hauptfigur, sagt allerdings nichts. Aber der Reihe nach:
25. März 2010
Autor: Hans-Joachim Gras
Markenwahrnehmung
Marktforschung
Reputation als Arbeitgeber
Risikomanagement
Strategie
Bevor man daran geht, ein wie auch immer geartetes Webmonitoring für ein Unternehmen, eine Marke oder ein Produkt aufzusetzen, sollten die Zielsetzungen und Fragestellungen klar sein. Das klingt wie eine Binsenweisheit und es ist mir auch ein wenig unangenehm, auf diese eigentlich selbstverständliche Tatsache hinzuweisen. Aber es muss wohl sein.
Immer wieder begegnet mir in Vorträgen oder Artikeln über Online Reputation Management (ORM) die mehr oder weniger pauschale Aussage, Netzwerke wie Facebook und Twitter sowie Videoportale wie Youtube und Vimeo seien von zentraler Bedeutung für die Markenwahrnehmung. Das trifft bei größeren Reputationskrisen á la Jako, Jack Wolfskin oder Nestlé natürlich auch uneingeschränkt zu, denn gerade die peinlichen Nachrichten über große Player verbreiten sich über diese Kanäle schneller als man Krisen-PR sagen kann. Nur sind Krisenfrüherkennung und Krisenhandling lediglich ein Teil von ORM. Für viele mittelständische Unternehmen spielen im täglichen Geschäft das Auffinden und die Beantwortung von Kundenmeinungen, Stärken-Schwächen-Analysen, Marktforschung und Konkurrenzbeobachtung eine viel wichtigere Rolle.
Artikel mit Tipps und Tools zum Thema Live-Web-Monitoring findet man in den letzten Monaten in steigender Frequenz. Immer wieder wird dabei eine neue, kleine Software, ein Hack oder der phantasievolle Einsatz eines bekannten Dienstes vorgestellt, mit dem sich in Echtzeit Social-Media-Beiträge zu bestimmten Schlüsselworten finden lassen. Das Ganze wird dann als DER heiße Tipp zum Online Reputation Management abgefeiert. Oft bleibt beim Lesen dieser keywordgeschwängerten Texte leider der Eindruck zurück, dass der ganze Artikel eigentlich nur aus SEO-Gründen geschrieben wurde.
Die Liste der Tools ist lang und alle Autoren verweisen auf die Unmöglichkeit, sie vollständig zu erfassen. Hier eine persönliche Auswahl: Weiterlesen
Millionen deutscher Haushalte erhalten in diesen Tagen Post von Ihrem Finanzinstitut. Der Grund: Viele deutsche Banken und Sparkassen ändern ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Viele Seiten, eng bedruckt mit für Laien oft unverständlichem Juristendeutsch, das weckt offensichtlich den Argwohn der Kunden.
So ist auch die Aufregung im schnellsten aller Medien bereits riesengroß. Allein an einem Tag erreichte die Nachricht mehrere tausend Twitterbenutzer, dazu zahlreiche Blogeinträge, Kommentare und vermeintliche Tipps, wie zum Beispiel, den neuen AGB sofort zu widersprechen.
Was in diesem Zusammenhang auffällt, ist nicht nur die Rasanz mit der sich die Nachricht verbreitete sondern auch ihre Verkürzung. Auch dies ist ein Wesensmerkmal moderner Kommunikation über das Netz. Weiterlesen
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