Reputation Blogger

Seiteninhalt

Love us or hate us?

26. April 2012

Autor: Mirko Strauchmann

Allgemein
Fund der Woche
Markenwahrnehmung

Es gibt Point-of-Sale-Konzepte, die polarisieren einfach. Die einen stehen total auf das Ambiente dort und wie es das Image der Produkte beeinflusst. Die anderen wenden sich mit Grausen ab, wenn sie einen solchen Laden nur aus der Ferne sehen. Und verabscheuen das Image. Ein solches Unternehmen ist der Textilienverkäufer Hollister. Und wieder einmal ist der Kleiderkreisel der Ort, um sich ausgiebig darüber auszulassen.

Eigentlich wollte “jacqueline7″ nur ein wenig plaudern, sich nach Standorten, Unterschieden im Sortiment und Bildern von Kombinationsmöglichkeiten erkundigen. Und nach Teilen zum Verkauf. Aber gleich die erste Antwort gibt den Weg vor, wo das Ganze hingeht: “Unübersichtlich, stickig, überbewertet, langweilig.” “ich find das ladenkonzept schrecklich, viel zu dunkel, alles vollparfümiert, und mit flip flops bekleidete models die einem “haiiii wassuuup” entgegenrufen. die klamotten entsprechen zum großteil auch nicht meinem geschmack, da es oft schlichte basics sind, die ihr logo drauf haben und dann locker 30€ kosten.” Womit die immer wiederkehrenden Hauptkritikpunkte bereits genannt sind.

Eher rar gesät sind dagegen die Stimmen, die auf das Konzept abfahren. Die Erlebnis-Shopping super finden. “ich finde es nicht schlimm dass es dunkler ist und einen duft hat, es hat meiner meinung nach sogar etwas besonderes an sich, ich finde die amtospäre eher abenteuerlich und geheimnisvoll” Oder auch mit Einschränkungen: “Von daher cool gemachter Laden mit scheiß überteuerten Klamotten!” In Sachen Größen und Qualität, normalerweise neben dem Preis die meistdiskutierten Kriterien, sind die Meinungen gespalten. Allerdings wird hier immer wieder der Konkurrent H&M genannt, sehr gerne als positives Beispiel für schicke und güstige Bekleidung. Mit zugegebenermaßen nicht selten zweifelhafter Qualität. Aber darum geht es in diesem Thread auch nur am Rande.

Hauptsächlich drückt der Großteil der Foristinnen ihren Widerwillen gegen das Markenimage und dessen allzu deutliche Förderung am Point of Sale aus. Nun ist mir nicht bekannt, ob es in den USA, wo Hollister beheimatet ist, gang und gäbe ist, die Läden selbst in … nun ja … exzessiver Weise zur Imagebildung zu nutzen. Jedenfalls scheint gerade das hierzulande nicht sonderlich gut anzukommen. Oder anders ausgedrückt: Die emotionale Aufladung der Marke durch eine konsequente, extravagante Ausgestaltung des POS schlägt bei einigen voll an, sie lieben Hollister. Bei der Mehrheit ruft das aber mindestens Skepsis hervor. Und wie so oft, wenn stark auf ein bestimmtes Image gesetzt wird, fällt die Kritik umso heftiger aus. Negative emotionale Aufladung sozusagen. Stellvertretend dafür noch ein Zitat: “Müsste ich dem Laden eine Charaktereigenschaft zuweisen, wäre dies für mich die Arroganz.”

Aus Sicht des Reputation Controllers ist eine solche Marke Gold wert, ein gefundenes Fressen gewissermaßen. Denn anscheinend hat man es nicht auf den Mainstream abgesehen – auch wenn der Vorwurf geäußert wird, die Klamotten seien eigentlich Mainstream (die Implikationen sind offensichtlich…). Und aufgrund der für deutsche Verhältnisse extremen POS-Gestaltung und der damit verbundenen Imageaufladung hat die Marke es vergleichsweise leicht, sich ins Gespräch zu bringen. Möglich, dass Hollister sich die Ergebnisse, die eine Social-Media-Analyse zutage fördern würde, anders, positiver, vorgestellt hat. Nichtsdestotrotz: Man ist im Gespräch. ” Hahaha wenn Hollister wüsste, wie hier abgelästert wird. Konzept scheint ja aufzugehen” Und die Kunden, die beispielsweise H&M zu ihrem Lieblingsladen erkoren haben, äußern sich nicht so frenetisch wie die Hollister-Fans.

Ihr Kommentar

*

Kommentare

11.05.2012

Love us or hate us – Update « Reputation Management Blog

[...] zwei Wochen schrieb ich einen Artikel über Hollister. Die Community der Second-Hand-Klamotten-Plattform Kleiderkreisel diskutierte sehr kontrovers und [...]

Blog abonnieren

Autor

Mirko StrauchmannMirko Strauchmann
Mirko Strauchmann, M.A., ist studierter Germanist, Historiker und Archäologe. Bevor er bei New Communication einstieg, sammelte er Erfahrungen in Lektorat und PR. Im Online Reputation Management führt er vor allem semantische Analysen und eine soziodemografische Einordnung der Schreiber der untersuchten Texte durch.
Per E-Mail Kontakt aufnehmen