Vor einigen Wochen habe ich als Fund der Woche über den WDR-Bericht zu Fake-Bewertungen auf Hotel-Bewertungsportalen geschrieben. Inzwischen hat Holidaycheck.de aus dieser Misere die Konsequenzen gezogen: Dort gibt es nun einen entsprechenden Stempel für Hotels, die erwiesenermaßen auf diese Weise bewertet wurden. Gefunden habe ich diese heute verfasste Meldung auf hotelling.net.
Ruft man auf dem Bewertungsportal beispielsweise das Hotel Minamark Beach Resort (Hurghada, Ägypten) auf, so schiebt sich vor die eigentliche Seite ein Warnhinweis, dass “nachweislich versucht [wurde], gefälschte Bewertungen für dieses Hotel abzugeben.” Dies geschehe zum Erhalt der Glaubwürdigkeit, und identifizierte Fälschungen würden nicht veröffentlicht. Denn, das hat nicht zuletzt der WDR-Bericht gezeigt, gefälschte Bewertungen haben sich inzwischen zu einem realen Glaubwürdigkeitsproblem für Holidaycheck und vergleichbare Angebote ausgewachsen.
Wie alle Bewertungsportale leben auch diese Angebote von ihrer Glaubwürdigkeit, davon dass der urlaubsreife und -freudige Internetuser erwartet, authentische Erfahrungsberichte von echten Hotelgästen zu lesen. Und nicht etwa Auftrags-Rufmorde bzw. Auftrags-Lobhudeleien. Dadurch ist ihr gesamtes Geschäftsmodell, gewissermaßen ihre Existenzgrundlage, angekratzt worden. Nur zu verständlich also, dass sie dem Missbrauch einen Riegel vorschieben wollen.
Doch wie funktioniert das Ganze? Bei Holidaycheck werden die eingehenden Bewertungen sowohl durch Software als auch durch Menschen begutachtet. Erscheint eine Bewertung zweifelhaft, wird das entsprechende Hotel kontaktiert. Bleibt eine Antwort aus, droht der Stempel. Das Hotel muss dann aktiv werden, um das Kainsmal zu verhindern. Zusätzlich vertraut Holidaycheck auf seine Nutzer: Schöpfen diese Verdacht, sind sie aufgerufen, die betreffenden Kommentare zu melden.
Das hört sich vielversprechend an. Das findet übrigens auch die Stiftung Warentest. Auf jeden Fall ist es ein großer Schritt für die Hotel-Bewertungsportale, verloren gegangenes Vertrauen wiederherzustellen. Wie effektiv diese Maßnahme ist, muss sich erst noch zeigen. Auch bleiben Zweifel bestehen, denn bisher ist schon eine unbekannte, aber nicht unbedeutende Zahl an Fakes durch das Suchraster gerutscht. Jedenfalls ist es wünschenswert für alle Bewertungsportale, dass sie ein mehrstufiges Kontrollsystem zur Qualitätswahrung einführen. Denn: Qualität meint in hier Authentizität. Nicht nur, aber zu einem großen Teil.
19.11.2011
26.02.2012
Der Fall OCZ: Reputation-Management ist Chefsache « Reputation Management Blog
[...] Die zweite „Entlastung“: Nicht wenige Kommentatoren schreiben, dass das ja sowieso alle machten und der enge Wettbewerb den Anbietern ja auch kaum eine Wahl lasse. Dieser Punkt sollte insbesondere den Betreibern von Bewertungsportalen Sorge bereiten und sie zu glaubwürdigen Gegenmaßnamen greifen lassen (siehe auch: Holidaycheck vs. Fake-Bewertungen). [...]
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Die Reputation der Reputation: Holidaycheck geht gegen gefälschte Bewertungen vor | Eric Horster
[...] dass das konkurrierende Haus abgestraft wird. Aber offensichtlich gibt Holidaycheck hier den Hoteliers die Möglichkeit zu reagieren, bevor eine Abstrafung [...]