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Fund der Woche 46-2011

16. November 2011

Autor: Mirko Strauchmann

Fund der Woche
Markenwahrnehmung

Früher als üblich stelle ich an dieser Stelle den Fund der Woche vor. Denn ich weiß: Da kommt keiner mehr, der ihn noch toppen könnte. Seit dem 13. November und zuletzt geändert am heutigen 16. November findet sich auf Dooyoo ein Bericht über einen “alten Bekannten”, ein Unternehmen mit einem denkbar schlechten Ruf: den Textildiscounter KiK.

Der User “templerthomas” hat auf dem großen Bewertungsportal einen ausführlichen Bericht eingestellt, mit dem er sich offensichtlich viel Mühe gegeben hat. Eine Mühe, die Dooyoo durch eine Krönung des Testberichts belohnt hat. Zur Frage, was KiK sei, führt der Autor uns wie folgt ein: “Kik bedeutet Kunde ist König, andere Deutungen die nicht stimmen sind Kinderarbeit ist klasse oder Katastrophen in Kleiderform. Kinderarbeit, Inkompetenz und Korruption gefällt mir am Besten; stimmt laut Kik aber auch nicht. Wenn man es genauer ansieht hätte die Abkürzung aber schon was.”

Mit latentem Sarkasmus schildert er, warum das Unternehmen eine so miserable Reputation hat: Mit Quellenangaben versehen nennt er ein Beispiel für die Ausbeutung von Arbeitern in Bangladesh um dann einen Schwenk zum außerordentlich schlechten Employer Branding zu machen. Die Medienberichte zu diesem Thema waren zahlreich, so dass jeder die Kritikpunkte noch im Gedächtnis haben sollte. Zu den Produkten selbst sagt “templerthomas” nicht viel – kann er vermutlich auch nicht, da er das Unternehmen boykottiert. (Viele andere übrigens auch, wie zahlreiche Forumsposts zeigen, die mir beim Monitoring begenen.) “Und die Produkte? So blöd es klingt – überteuert. Man zahlt nicht nur in Euro sondern auch mit seiner Gesundheit.”

Die eingangs angerissenen Mängel im Employer Branding führt er anhand diverser Beispiele aus. Auf die aktuelle Imagekampagne “Lieber echte Karriere als falsche Ideale” geht er hingegen nicht ein. Diese wird im Netz stark kritisiert. Typische Aussagen dazu wären “E c h t e Karriere bei KiK?!” oder “Menschlichkeit ist also ein falsches Ideal?!”

Ungewöhnlich für einen Erfahrungsbericht ist, dass “templerthomas” auch Handlungsvorschläge für kritische Konsumenten gibt und Alternativen für preiswerte Kleidung aufzeigt. So sagt er: “Ich rate daher von einem Kauf bei Kik ab. Das ist der einfachste Boykott der Firma. Ob sich dann was ändert bleibt hier die Frage. Kauft niemand mehr bei Kik muss sich auch dieses Unternehmen WIRKlich ändern. Eine Option für Engagierte ist vor Kik Läden zu protestieren.” Ebenfalls weist er auf H&M, Carla Tex und ebay als Optionen hin.

Dass der Autor mit seinem Beitrag einen Nerv getroffen hat, zeigt die Resonanz seitens der Dooyoo-Community: 27 Kommentare (allesamt Zustimmung) sind ungewöhnlich viel, auch 74 Bewertungen bei 80 Lesungen ergeben eine sehr gute Quote. In Verbindung mit den weiteren Merkmalen wie Reichweite, Googlerank etc. ergibt dies eine unrühmliche Spitzenreiterposition. Der Zeiger des Relevanzindex’ ist bis fast an den Anschlag hochgeschnellt, nämlich auf den katastrophalen Wert von 9,86.

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Mirko Strauchmann Mirko Strauchmann
Mirko Strauchmann, M.A., ist studierter Germanist, Historiker und Archäologe. Bevor er bei New Communication einstieg, sammelte er erste Erfahrungen in Lektorat und PR. Im Online Reputation Management führt er vor allem semantische Analysen und eine soziodemografische Einordnung der Schreiber der untersuchten Texte durch.
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