22. Dezember 2009
Autor: Silvia Janzen
Markenwahrnehmung
Praxisbeispiele
Risikomanagement
Wie man es nicht macht
Da wurden jahrelang Kaffeepreise wohl per Kaffeesatzprinzip festgelegt. Die Branchengrößen Tchibo, Melitta und Dallmayr, so ist es nun amtlich, trafen sich, um unerlaubte Preisabsprachen zu treffen. Es wurden „Zeitraum, Höhe, Umfang, Zeitpunkt der Bekanntgabe sowie das Inkrafttreten der Preiserhöhungen miteinander abgesprochen“, so das Bundeskartellamt. Das ist kriminell und wird ordentlich das Saubermann-Image der Kaffeerösterzunft ankratzen.Der gute alte Tchibo-Onkel der durch die Kaffeeplantagen wandelte, das Dallmayr Tradtitionshaus in München oder auch der Melittamann, um nur bei den „handelnden“ Röstern zu bleiben, aber auch alle anderen Kaffeedealer warben und werben mit Personen, die durchaus den Glauben an das Gute vermittelt haben. Generationen sind damit aufgewachsen und glaubten an das Gute. Bis jetzt.
Klar, George Clooney von Nespresso, dem hätte man ja schon ne krumme Sache zugetraut – allerdings hätte man sie wohl gerade ihm verziehen… und außerdem ist er ja ziemlich clever mit seinen Absprachen selbst an allerhöchster Stelle, wie man im aktuellen Spot sehen kann.
Aber nun ist der Deal aufgeflogen und was passiert? Nichts. Keine Kommentare oder Stellungnahmen. Schon mal was von Krisen PR gehört? Es muss doch den Kaffeeröstern schon lange klar sein, dass ein Super-PR-Gau droht. Aussitzen ist hier sicher keine geeignete Strategie. Und was wird aus dem Image – der lange aufgebauten und gepflegten Reputation? Wir werden es bald erfahren…
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